„Deutscher, Ostdeutscher, Türke, Kurde – ich bin wohl alles“

„Deutscher, Ostdeutscher, Türke, Kurde – ich bin wohl alles“
  Izzet Cagnac besaß den Dönerladen, in dem der Halle-Attentäter einen Gast erschoss. Es ist bemerkenswert, was er über Heimat, Rassismus und seinen Laden sagt. Es ist – zugegeben – etwas ungewöhnlich, auf diesem Blog gleich zwei Tage in Folge eine „Spiegel“-Meldung aufzugreifen. Aber im Grunde halten wir uns ja das alte New-York-Times-Motto: „All the news that’s fit to print“ (Alle Nachrichten, die zum Drucken geeignet sind). Eine solche Nachricht ist die des Imbissbesitzers Izzet Cagnac aus Halle. Vor anderthalb Monaten tötete ein Attentäter einen Gast in seinem Imbiss. Der Attentäter hatte es eigentlich auf die Synagoge abgesehen. Weil er aber die Tür nicht aufschießen konnte, ermordete er dann eine Passantin, die ihm zufällig über den Weg lief, und den Gast in Cagnacs Dönerladen. Cagnac hat den Imbiss nun seinen beiden Mitarbeitern geschenkt, die den Angriff überlebten. Nicht nur diese Geste ist bemerkenswert, sondern auch das, was er über seine Wahlheimat Ostdeutschland sagt. „Erfahrung mit Rassismus habe ich nie so richtig gemacht“ „Deutschland ist mein Zuhause. Ich habe mich hier immer sicher gefühlt“, sagt der 41-jährige türkische Kurde. Im Alter von sieben Jahren kam er von Igdir im Osten der Türkei zu seiner Familie nach Berlin. Das war 1985. Nach [...]