Die Heuchler siegen über Wagenknecht

Die Heuchler siegen über Wagenknecht
  Sahra Wagenknecht scheiterte an der trägen Saturiertheit der vermeintlich Linken oder Links-Liberalen. Den “Guten” ist die Lebenswelt der Menschen längst egal. Sahra Wagenknecht zieht sich zurück. Sie verlässt die Spitze der „Aufstehen“-Bewegung, und im Herbst gibt sie auch das Amt der stellvertretenden Vorsitzenden der Linken-Bundestagsfraktion auf. Sie hat sich in beiden Ämtern offenbar derart aufgerieben, dass ihre Gesundheit zu sehr darunter litt. Zuletzt zog sie sich sogar zwei Monate aus dem politischen Geschäft zurück. Ihre Entscheidung wirft die Frage auf, ob die populäre Politikerin letztlich doch nicht stark genug war, relevante Teile der Gesellschaft zu einer schlagkräftigen neuen linken Bewegung zusammenzuschweißen. Die Antwort lautet: Ihr Scheitern lag weniger in ihrer persönlichen Stärke oder Schwäche begründet, sondern vielmehr in der trägen Saturiertheit der vermeintlich linken oder links-liberalen Gruppen in der Gesellschaft, die immer dann ihr politisches Gewissen entdecken, wenn es um Themen geht, die im hippen „Latte-Macchiato-Milieu“ angesagt und mehrheitsfähig sind. Dazu lassen sie sich gerne ein. Erstens, weil solche öffentlichen Solidaritätsadressen an die selbsternannten „Guten“ zugleich – oder vor allem? – dem eigenen Fortkommen dienen. Funktionäre aus einer anderen Welt Sahra Wagenknecht musste aber auch scheitern, weil sie mit ihrer Bewegung spät dran war. Denn die prekären Teile der [...]