„Es reicht, mit dem Finger auf jemanden zu zeigen“

„Es reicht, mit dem Finger auf jemanden zu zeigen“
  Menschen werden durch öffentliche Anschuldigungen gesellschaftlich vernichtet. Ist das die Welt, in der wir leben wollen? Über ein Interview mit Fanny Ardant. Keiner unserer Werte ist so oft vergewaltigt worden wie die Freiheit. Gerade unter denen, die sie wie eine Monstranz vor sich hertragen, sind nicht wenige, die sie abgrundtief hassen. Das sind Leute, die andere Meinungen und Lebensentwürfe nicht ertragen und die Freiheit dafür verantwortlich machen, dass sie sich klein fühlen unter all den abweichenden Anschauungen und Einstellungen. Das sind diejenigen, die immerzu neue Gesetze und Gebote verlangen, mit der sie die Freiheit in Ketten legen können. Herrschen wollen sie, diese Wichte und Gernegroße. Sie wollen Macht erlangen über die Freiheit und all ihre Ideen zunichte machen. Weil ihnen die eigene Borniertheit die großartigen Chancen der Freiheit versagt, wollen sie anderen vorschreiben, was sie zu tun und zu lassen haben, wie sie zu leben und zu denken haben. „Ich habe es vorgezogen, frei zu sein“ Im Extrem gehen sie so weit wie die die Chinesen, die Millionen Uiguren in einen Gulag von „Umerziehungslagern“ pferchen, um deren freien Geist vollständig auszulöschen. Jede Diktatur baut auf das Schreckgespenst der Hölle. Bei den einen existiert sie im Jenseits, bei den anderen [...]