Annegret Kramp-Karrenbauer: Eine Bilanz als Verteidigungsministerin

Hubschrauber starten nicht, U-Boote tauchen nicht, Tanker werden geschrumpft. Die Amtszeit der Verteidigungsministerin neigt sich dem Ende zu. Was hat ihr Einsatz der Truppe gebracht? Während interne Kritiker Schwachpunkte schonungslos aufdecken, geht die Ministerin nach außen noch einmal in die Offensive. Von Oliver Stock

Den Auftrag für 120 000 neue Sturmgewehre zum Preis von 250 Millionen Euro erteilt die damalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) im September 2015. Spätestens 2019 soll die Truppe, in der mancher sein Gewehr zärtlich als „Braut des Soldaten“ bezeichnet, ein Nachfolgemodell erhalten. Doch während sich für von der Leyen mit Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) vor bald zwei Jahren prompt eine Nachfolgerin gefunden hat, ist es um die Nachfolge für das bisherige G36 Standardgewehr noch immer schlecht bestellt. Schuld ist nicht mangelnde Ingenieurskunst, sondern die nach wie vor hoffnungslose Verstrickung der heimischen Rüstungsindustrie in staatlich gelenkte Vergabeverfahren.

Eigentlich war Kramp-Karrenbauer angetreten, um diesen Dschungel zu lichten. Doch nun, während sich ihre Amtszeit als Verteidigungsministerin mit den Bundestagswahlen im September einem absehbaren Ende entgegenneigt, wird klar: Einen Sprung nach vorne hat die Material-Beschaffungsst...