Corona-MaßnahmenDer Nutzen eines Feindes

Ausgangssperren, Berufsverbote, Reisebeschränkungen – künftige Historiker werden unsere Epoche in eine Zeit vor und nach dem Virus einteilen. Freiheitsrechte, die uns eigentlich schützen sollen, sind selbst verletzlich geworden. Zurück bleibt ein verunsicherter Bürger. Ein Kommentar von Fabian Schmidt-Ahmad.

Ausgangssperren, Berufsverbote, Reisebeschränkungen – künftige Historiker werden unsere Epoche in eine Zeit vor und nach dem Virus einteilen. Freiheitsrechte, die uns eigentlich schützen sollen, sind selbst verletzlich geworden. Zurück bleibt ein verunsicherter Bürger, der erleben muß, wie sich Rechtssicherheit zunehmend in willkürliche und widersprüchliche Verwaltungsakte auflöst: Gestern so, heute so, morgen vielleicht wieder ganz anders.

Kaum einer würde gegen die Maßnahmen protestieren, wenn die Pandemie apokalyptische Ausmaße hätte, wie sie beispielsweise Steven Soderbergh 2011 im Film „Contagion“ schilderte. Doch die Endzeit-Katastrophe ist ausgeblieben. Wohl eher nicht wegen der verschiedenen Maßnahmen, sondern weil das Virus nicht so tödlich wie anfänglich befürchtet ist. Gewiß, das Virus kann für ältere, vorerkrankte oder geschwächte Menschen eine ernst...