Der ewig Unterschätzte: Armin Laschet ist der Richtige

Die einen sahen Angela Merkel schon auf dem Abschiebegleis, die anderen im Dämmerflug nach 16 Jahren Kanzlerschaft endgültig am Horizont verschwinden. Doch durch die Corona-Krise ist die Kanzlerin peu à peu in der Wählergunst gestiegen. Die Totgesagte hat – wieder einmal – alle ihre Kritiker eines besseren belehrt. Um ihre Nachfolge geht ein Mann ins Rennen, der Merkel seit Jahren unterstützt. Armin Laschet hat gute Chancen auf den CDU-Vorsitz. Ein Porträt des Politikers, der lange unterschätzt wurde. Von Stefan Groß-Lobkowicz.

Armin Laschet gilt nicht als der verbissene eindimensional denkende Parteisoldat, weit weg, distanziert von oben herab wie einst Helmut Schmidt. Laschet, 1961 geboren im Ruhrgebiet, familiär verwurzelt in Wallonien, ist und bleibt er ein Mann der Mitte. Der 59-Jähige hat etwas Verbindliches, baut emotionale Nähe auf und ist damit so etwas wie ein Wohlfühlpolitiker, ja ein Menschenfänger obendrein. Es kann begeistern, zumindest unmittelbar, weil er selbst begeisterungsfähig ist. Er kann Komplexes einfach vermitteln und Bürgernähe aufbauen, weil er sich mit den Problemen der Menschen identifiziert, weil er weder Hochmut kennt noch sich Selbstgefälligkeit verfängt. Und anders als manch seiner Politikkollegen und Mitbewerber um das Amt des CDU-Vorsitzes hat er etwas Bodenständiges, wärmt sich an der Erde, den Menschen und ihren Gefühlen. Er ist eigentlich mehr ein Seelsorger, der dabei immer ein fröhliches Lachen versprüht, das aus seiner rheinischen Frohnatur entsteigt. ...