Grünen-Politiker Kretschmann: Insekten essen in Zukunft "durchaus geboten"

vor 1 Woche 21

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) ist dafür bekannt, der Bevölkerung immer wieder ungefragt Ratschläge zu erteilen beziehungsweise Verhaltensänderungen zu fordern. So erklärte er im Rahmen der Energiekrise und der damit verbundenen Forderung, seltener oder zumindest kürzer zu duschen, dass der Waschlappen eine "brauchbare Erfindung" sei.

Nun gab er seine Ansicht zum Thema Insekten als Nahrung zum Besten: Würmer, Heuschrecken und Insekten sollen aus seiner Sicht künftig eine wichtige Rolle bei der Lebensmittelversorgung der Gesellschaft spielen. Am Dienstag sagte der Grünen-Politiker in Stuttgart:

"Von der Sache her ist es durchaus geboten. Das wird eine große Rolle spielen in der Ernährung der Menschheit in Zukunft."

Es sei ein "vernünftiger Weg", der ökologisch sinnvoll sei, um an Proteine zu kommen. Seiner Meinung nach wäre dabei ein erster Schritt, Tierfutter aus Insekten herzustellen. Kretschmer warnte allerdings vor hohen kulturellen Schranken in Europa, was das Essen von Insekten angehe. Diese dürfe man nicht unterschätzen, aber der Weg "muss beschritten werden". Der Grünen-Politiker erzählte, dass er bei einer Feier in der baden-württembergischen Landesvertretung in Berlin bereits selbst Insekten probiert habe. Er könne sich nicht mehr genau erinnern, was er gegessen habe – es sei kein besonderes Geschmackserlebnis gewesen, aber es habe angeblich nicht schlecht geschmeckt, behauptete er gegenüber der dpa.

Von Dienstag an dürfen Hausgrillen in Lebensmitteln verwendet werden. Dann tritt ein neues EU-Gesetz in Kraft, wonach die auch als Heimchen bekannten Insekten gefroren, getrocknet oder als Pulver verwendet werden können. Zwei Tage später gilt das dann auch für Larven des Getreideschimmelkäfers. Ähnliche Regeln gibt es bereits für Wanderheuschrecken und Larven des Mehlkäfers.

Mehr zum Thema - EU lässt Hausgrillen und Käferlarven als Lebensmittel zu

(rt/dpa)

Lesen Sie den gesamten Artikel