Irans Ölkonzern NIOC und Gazprom unterzeichnen historisches Memorandum über Kooperation

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Vor dem Hintergrund der westlichen Sanktionen gegen Russland und der globalen Energiekrise bauen Moskau und Teheran ihre Zusammenarbeit aus. Am Dienstag haben das Nationale Iranische Ölunternehmen (NIOC) und der russische Energieriese Gazprom in der iranischen Hauptstadt ein Memorandum über die Zusammenarbeit im Ölsektor unterzeichnet. Der geschäftsführende NIOC-Direktor Mohsen Khojasteh-Mehr sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim, das Dokument sehe die größte ausländische Investition in der Geschichte der iranischen Ölindustrie. Somit werde Iran Dutzende Millionen US-Dollar aus Russland für die Entwicklung seiner Gas- und Erdölvorkommen bekommen.

Khojasteh-Mehr präzisierte, dass Gazprom laut dem Memorandum zehn Milliarden US-Dollar in die Entwicklung von zwei Gasvorkommen im Persischen Golf investieren werde. Russlands Beteiligung an den Projekten Kisch in der Nähe der gleichnamigen Insel und North Pars werde es ermöglichen, die tägliche Förderung um mehr als 100 Millionen Kubikmeter Gas zu steigern. Gleichzeitig habe sich der russische Konzern verpflichtet, sich an der Erschließung von sechs Ölvorkommen in Iran zu beteiligen. Darüber hinaus werde die russische Seite 15 Milliarden US-Dollar für ein weiteres gemeinsames Projekt mobilisieren.

Der geschäftsführende NIOC-Direktor schätzte die Bedeutung des Memorandums sehr hoch und hob die Rolle Teherans und Moskaus bei der Gewährleistung der "energetischen Nachhaltigkeit weltweit" hervor. Khojasteh-Mehr verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die beiden Länder über Gasreserven mit einem Volumen von insgesamt 70 Billionen Kubikmetern Gas verfügten, was 30 Prozent der weltweiten Gasreserven sei.

Die Unterzeichnung des historischen Memorandums kam kurz vor dem Besuch des russischen Staatschef Wladimir Putin in Teheran. Am Dienstag war in der iranischen Hauptstadt ein Treffen mit seinen Amtskollegen Ebrahim Raisi und Recep Tayyip Erdoğan geplant. Die drei Staatschefs wollten über die Lage in Syrien sprechen. Auch bilaterale Angelegenheiten und der Ukraine-Krieg sollten zur Sprache kommen.

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