Klimawandel – Lieber läutern, statt lösen

In der vergangenen Woche gab es Abwechslung und Ablenkung von Corona. Die ARD setzte nämlich ihre alljährliche Themenwoche unter dem Motto „Wie wollen wir leben?“ in Szene. Ganz vorne auf der Agenda: Der Klimawandel. Berechtigterweise. Denn dieses Thema wird uns auch noch lange nach Corona beschäftigen. Unter anderem saß in einem Spielfilm Deutschland und seine Kanzlerin vor einem Tribunal als Klimaverbrecher. Auch stellte die ARD ernsthaft die Frage „Kinder kriegen oder Ressourcen schonen - Wie entscheiden Sie sich?“. Und natürlich durfte auch die Forderung nach dem Überwinden des kapitalistischen Systems nicht fehlen und das allgemeine Verdammen des „Wachstums“ als Grund allen Übels. Wir kennen das schon: Von Fridays for Future, Extinction Rebellion, Attac und vielen anderen Bewegungen und Parteien. Sie alle - und nun auch die ARD - zeigen damit zwei Dinge. Sie wissen offenbar nicht, was Wachstum eigentlich bedeutet. Und sie zelebrieren eine Läuterungsagenda gegenüber dem Rest der We

Die Frage ist dabei nur: Braucht die Welt diese deutsche Läuterung. Hilft sie irgendwem auf der Welt, ein besseres Leben zu erreichen. Oder befriedigt sie in erster Linie nur das Gefühl, etwas tun zu müssen, von Teilen der Wohlstandsgesellschaft in Westeuropa und Deutschland. Das Muster an sich ist nicht neu. „Am deutschen Wesen, soll die Welt genesen“ war schon vor Generationen die politischen Agenda sendungsbewusster deutscher Politiker und Aktivisten. Solche historischen Muster und Prägungen sind stärker, als viele gerne wahrhaben wollen. Sie tauchen trotzdem als Motiv immer wieder auf, nur in Variationen und wandelnder Intonierung. Der aktuelle Ton lautet: Wir klagen uns selber an, wenn’s schon sonst keiner tut. Und wir verzichten sogar auf unser Liebstes, selbst wenn es moralisch fragwürdig ist und niemandem konkret nützt. Beispiele dafür? Im Spielfilm „Ökozid“ sitzt Angela Merkel im Jahr 2034 vor einem internationalen Tribunal, angeklagt von Staaten der soge...