Merkel über Putin: "Man sollte seine Worte ernst nehmen"

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Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich in ihrem ersten Zeitungsinterview nach Ende ihrer Amtszeit mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) unter anderem zum Krieg in der Ukraine geäußert. Dabei handele es sich "um eine Zäsur in der europäischen Nachkriegsgeschichte (…), die noch über viele Jahre ihre Auswirkungen haben wird".

Merkel habe noch im vorigen Jahr "verschiedene Versuche" für eine diplomatische Lösung mit Russland unternommen, doch diese hätten "nichts mehr bewirkt". Auf die Frage des RND, ob Putin gewartet habe, bis sie nicht mehr Kanzlerin sei, antwortete Merkel:

"Das weiß ich nicht. Mein Ausscheiden kann ein Beitrag gewesen sein wie zum Beispiel auch die Wahl in Frankreich, der Abzug der Truppen aus Afghanistan und das Stocken der Umsetzung des Minsker Abkommens."

Der russische Präsident wolle die Ukraine zwar nicht vernichten, aber ebenso "keine erfolgreiche Ukraine". Diese sei "letztlich eine Geisel des Gegensatzes zwischen Russland und dem Westen", so die Altkanzlerin, weswegen es richtig sei, "wie der Westen sich für die Existenz der Ukraine einsetzt, ohne Teil der direkten militärischen Auseinandersetzung zu werden". Darauf angesprochen, was Putin für ein Mensch sei, sagte sie:

"Man sollte seine Worte ernst nehmen."

Die Frage, ob Merkel in dem Konflikt als mögliche Mittlerin zur Verfügung stünde, stelle sich "derzeit nicht". Die Altkanzlerin verteidigte in dem Interview ferner ihre Flüchtlingspolitik von 2015/16 sowie ihre Corona-Politik der letzten zwei Jahre. "Die Pandemie ist nicht vorbei", so Merkel.

Auch ihre zeitweiligen Zitterattacken kamen zur Sprache. Ein Grund hierfür seien die massenhaft auf sie gerichteten Kameraobjektive gewesen. Das habe sich "psychologisch irgendwann verselbstständigt", so die frühere Bundeskanzlerin. Nun sei sie aber frei und könne einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Sie wolle ein Buch schreiben.

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