Michel Houellebecqs neuer Essay-BandHäppchen, die nicht satt machen

Der französische Schriftsteller Michel Houellebecq hat einen neuen Essayband veröffentlicht. Houellebecqs Analysen treffen. Seine Texte sind so bedrückend, weil sie „den Schrecken einer Welt ohne Gott“ überzeugend schildern. Auf den Leser warten zudem vielerlei interessante Details über den „größten Provokateur unserer Zeit“.

Wer die Romane Michel Houellebecqs kennt, der weiß um die essayartigen Passagen darin, mit denen der französische Schriftsteller in gestochen scharfen Sätzen sein vielseitiges Wissen über gesellschaftliche, religiöse, wirtschaftliche und geisteswissenschaftliche Zusammenhänge spiegelt. In seinen Geschichten dienen sie als Unterfütterung der Handlung; wo seine Figuren einer Melancholie und Leere anheimfallen, kreisen die Ausführungen das Ganze kommentierend ein. Ob dabei die Rolle des Katholizismus besprochen oder die Lage der Milchbauern in der französischen Provinz analysiert wird, stets verweist das Wissen des lyrischen Ichs auf einige grundlegend falsche Dinge im zeitgenössischen Westen, auf seinen Verfall und die Abwesenheit einer simplen Lösung.

Wer nun wissen will, ob diese Technik auch außerhalb eines Romans funktioniert, dem bietet sich nac...