„Moralische Überhöhung“Grünen-Chef Habeck warnt vor linker Identitätspolitik

Grünen-Chef Robert Habeck hat davor gewarnt, kritiklos identitätspolitische Forderungen zu übernehmen. „Ich glaube nicht, daß eine Gesellschaft Frieden mit sich selbst gefunden hat, wenn jede Gruppe sich nur darauf konzentriert, jeweils sich selbst zu repräsentieren.“

HAMBURG. Grünen-Chef Robert Habeck hat davor gewarnt, kritiklos identitätspolitische Forderungen zu übernehmen. „Ich glaube nicht, daß eine Gesellschaft Frieden mit sich selbst gefunden hat, wenn jede Gruppe sich nur darauf konzentriert, jeweils sich selbst zu repräsentieren“, sagte Habeck der Zeit. Man dürfe „geschlechtliche, ethnische, Herkunfts- oder Bildungsidentitäten“ nicht jeweils verabsolutieren, „sondern in eine plurale, auf gemeinsamen Werten und gemeinsamen Spielregeln beruhende Gesellschaft“ übersetzen.

Er habe allerdings Verständnis dafür, wenn beispielsweise eine Minderheit, die die „Ehe für alle“ fordert, „kämpferische Positionen“ aufbaue, weil die Mehrheit diese Position nicht zulasse. Dies führe aber zwangsläufig zu einer „moralischen Überhöhung“. Mit Blick auf seine Partei ergänzte Habeck: „Da aber viele Positionen der emanzipatorischen, liberal-grünen Bewegung mittlerweile mehrheitsfähig geworden sind, b...