Sebastian Herzog: „Berater leiden an Selbstüberschätzung“

Er ist der Nestbeschmutzer. Der Branchenschreck: Sebastian Herzog, Partner bei der Beratungsfirma hy, räumt auf mit den Mythen der Branche: Von Meinungen hält er nichts, genauso wenig von Honoraren, die Zeit mit Geld bemessen. Und dann benennt er auch noch eine Kernschwäche seiner Zunft: „Berater leiden an Selbstüberschätzung.“

16 Uhr, Anruf bei Sebastian Herzog. Er ist Partner bei der Beratertruppe hy, 50 Menschen sind das, Standort Berlin, einem Tochterunternehmen der Axel-Springer-Gruppe. Warum soll so einer ein „Macher“ für diese Rubrik sein? Eigentlich sagt die Berufsbezeichnung „Berater“ doch schon, dass andere dann mal machen müssen, oder? Er sei nicht einer von denen, behaupten die, die Herzog kennen. Sie bezeichnen ihn eher als den Angreifer, als denjenigen, der die Branche aufmischen will, weil er nicht mitmacht bei den Ritualen, mit den sich die anderen aus seiner Zunft umgeben.

Und tatsächlich sticht Herzog gleich zu Beginn mal in ein Wespennest: „In herkömmlichen Beratungshäusern“, sagt der Mann, der selbst zwölf Jahre bei Lufthansa Heerscharen von Beratern erlebte und beauftragte „leiden Consultants zu oft unter Selbstüber...