Urteil: Bayerische Ärztin erhält wegen Maskenattesten zwei Jahre Freiheitsstrafe und Berufsverbot

vor 2 Monate 99

Eine Ärztin aus dem bayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen hatte im ersten Corona-Jahr 2020 in vermutlich 309 Fällen Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht ausgestellt. Aufgrund von entsprechenden Meldungen und polizeilichen Untersuchungen wurden bereits im Juli 2020 daraufhin ihre Praxis- und Privaträume durchsucht. Der Vorwurf an die im Anschluss daran weiterhin praktizierende Medizinerin lautete im aktuellen Gerichtsverfahren, dass sie "Befreiungen von der Maskenpflicht ausgestellt" hatte, ohne die jeweiligen Patienten einer ausreichenden Anamnese und ärztlichen Untersuchung unterzogen zu haben, heißt es in der Berichterstattung von BR24.

So soll die Beklagte auch mehrfach ein entsprechendes Attest "als Gegenleistung für eine Spende an eine örtliche Corona-Protestgruppe" ausgestellt haben. Laut Darstellungen des zum Werbekonzern Stroer Media gehörenden Onlinedienstes t-online waren die Ermittler über die Datenabfrage des Spendenkontos auf die Namen und Daten von "Attest-Kunden" gestoßen. Das zuständige Amtsgericht verurteilte die Ärztin nun zu zwei Jahren Freiheitsstrafe und drei Jahren Berufsverbot. Zudem wurden 6.000 Euro, die dem Spendenkonto zugeordnet werden konnten, eingezogen. Die Verteidigung der Ärztin hatte auf Freispruch plädiert.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft hielt dagegen der Medizinerin im Plädoyer laut t-online vor,

"... mit ihrem Vorgehen auch mögliche Infektionsketten ausgelöst zu haben, die bis hin zum Tod von Menschen geführt haben könnten."

Die Direktorin des Amtsgerichts Garmisch-Partenkirchen, Christine Schäfer, ließ mitteilen, für eine Verurteilung ohne Bewährung sei maßgeblich gewertet worden, dass die Beklagte auch nach den ersten Ermittlungen weitere Gesundheitszeugnisse ausgestellt hatte. Schäfer wörtlich:

"Der Richter habe keine Reue und Einsicht festgestellt und damit keine günstige Prognose für die Zukunft stellen können."

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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